Twitter dir einen: Impressumspflicht umgehen!

134 Kommentare
Twitter dir einen: Impressumspflicht umgehen!

Neue EU-Richtlinie soll ab Mai 2010 greifen

da haben sich die Damen und Herren Politiker wieder was einfallen lassen, dass in mir die Frage reift, ob “die” denn ĂŒberhaupt eine Ahnung von Medien, Technik, Datenschutz und Internet haben?

Aber auch fĂŒr das neue Gesetz hab ich eine Lösung parat (siehe Abschnitt 2 – Captchas mit Adresse und Telefonnummer erstellen).

Doch der Reihe nach – Um was geht es ĂŒberhaupt:
Nachdem durch das Medium “Twitter” immer wieder Insiderwissen an die Öffentlichkeit gelangt, haben die 27 EU- Datenschutzbeauftragten eine Gesetzesnovelle vorgelegt. Das Ding hat den fĂŒrchterlichen Namen “Richtlinie 2009/27 Amtsblatt W-140 Absatz 7 Artikel 4.3” und beinhaltet u.a. , das jedes Twitterprofil mit den persönlichen Daten  des Inhabers öffentlich gekennzeichnet sein muss – mindestens aber: Name, Adresse und Telefonnummer. Gem. der Stellungnahme des Datenschutzexperten Jörg Klingbeil (59), protestieren die Landesdatenschutzbeauftragen auf’s Heftigste. Twitterchef Evan Williams meinte einfach nur lapidar: “Auch das wird den Siegeszug von Twitter auf dem europĂ€ischen Markt nicht aufhalten können”.

Die EU-Richtlinie soll in den kommenden Wochen in verschĂ€rftes nationales Recht umgesetzt werden.  Bis Mai soll der Entwurf des “Gesetzes gegen den Missbrauch von neuen Medien (kurz: Medienmissbrauchsgesetz MMG)” schon verabschiedet werden.

Das haben die  Herren Politiker davon, wenn Wahlergebnisse per Twitter mitgeteilt werden, bevor sie offiziell sind.

Nicht im Gesetz steht, in welcher Form die Adresse und die Telefonnummer mitgeteilt werden muss. Deshalb hab ich ĂŒber ein kleines HintertĂŒrchen nachgedacht und liefere eine Anleitung, wie Ihr Eure Daten so darstellen könnt, dass sie zumindest von Maschinen (Robots) nicht gelesen werden können.

Captchas mit Adresse und Telefonnummer erstellen

Hierzu ist es wichtig, dass Ihr den Text nicht in der Datei auf Twitter einbettet, sondern eine Grafik generiert und dort die erforderlichen Daten einfĂŒgt.

Twitter-Captcha anlegenDas kann sehr leicht mit einem kostenlosen Grafikprogramm (z.B. Gimp) bewerkstelligt werden. Profis greifen zu Photoshop. Achtet darauf, dass die einzelnen Zeichen keinen Rahmen haben (maschinenlesbar!) und dass sich die Farbe vom Hintergrund nur leicht abhebt (Tip1). Zudem ist es ganz hilfreich, wahllos dĂŒnne Linien durch das Geschriebene zu ziehen – auch damit haben die Robots ihr Probleme (Tip 2).

Achtet aber darauf, dass die Störstriche eine max. Deckkraft von 50% haben, denn sonst könnte das als unleserlich betrachtet werden, was ggf. rechtliche Konsequenzen hat. Wie hoch diese sein werden steht noch nicht fest.

Fazit

Missbrauch von Medien gehört verurteilt. Da stimme ich voll und ganz zu. Doch meines Erachtens schießt man da mit Kanonen auf Spatzen. Ich bin ersthaft am ĂŒberlegen, ob ich meinen Twitter-Account nicht löschen soll. den Volltext bekommen die jedenfalls nicht!!!

Wie schaut’s bei Euch aus? Spielt Ihr mit? Oder habt Ihr keine bedenken, wenn Name und Adresse so öffentlich zugĂ€nglich sind? War die Anleitung hilfreich fĂŒr Euch?

Ich freue mich ĂŒber Eure Kommentare :-)

Nachtrag vom 02.04.2010

April, April – so werden sich viele gedacht haben. Und so ist es auch. einige Zeit haben wir uns ĂŒberlegt, wie wir einen “sanften” Aprilscherz unter die Leute bringen können und gleichzeitig in eulenspiegel’scher Manier den Spiegel vorhalten können: Facebook, Twitter, SchĂŒler-VZ & Co und ihr schlechtes Abschneiden in puncto Datenschutz.

Erfreulicherweise sind auch viele darauf reingefallen. Die Idee wurde gemeinsam mit ALex (workablogic) geboren, der zahlreiche weitere Blogger mit in’s Boot holte. Nun hab ich noch das VergnĂŒgen, mitzuteilen, wer mit von der Partie war:

workablogic.de,
meinungs-blog.de
,
christiane-klein.com,
kaffeejunkies.at,
geneslebenswerk.de,
gesichtet.net,
blogfrosch.de,
pesuki.blogspot.com,
saphirasworld.de
,
letzterstand.de,
gregel.com,
nicht-spurlos.de,
blogblogblog.de
,
delijo.de,
crazytoast.de
,
blog.tobis-bu.de.

Vielen Dank Euch allen fĂŒr’s Mitspielen und fĂŒr das Engagement. Es war ein rießen Spaß – bis zum nĂ€chsten Aprilscherz ;-)

Oliver

Foto: “Datenschutz” © Rainer Sturm / PIXELIO (beschnitten)

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  1. Ich bin froh, dass ich diese Informationen zu finden. Ich bin der Typ Mensch, der sich inspirieren zu lassen liebt. Ob es in Bezug auf Leben zu Hause oder Geschaft – Forex Trading … Dieses Blog hat einige tolle Beitrage und Ihre Beitrage zu inspirieren mich produktiv zu sein und hat mir Ideen, um voranzukommen.

  2. Immer mehr Vorschriften und immer mehr Gestze verderben einem auch langsam den Spaß am Social Media. Jede Woche kommt irgendeine Neuigkeit, auf die man sich einstellen muss

    • Dem stimme ich 100 %!!!

      Deutschland ist ein wahres Abmahnerland in dem man als intenstiver Internetuser oder SelbststĂ€ndiger oder Webmaster ja drauf achten muss sich regelmĂ€ĂŸig mit sĂ€mtlichen Gesetztestexten auseinander zu setzen!!

      Das bringt echt kein Spaß mehr…jetzt schon wieder mit der Diskussion mit dem Impressum auf Facebook Fanseiten…

  3. kalle,
    du hast zwar Recht mit dem was du schreibst, doch zumindest diese Ansage hier mit Twitter und Impressumspflicht war ein Aprilscherz, wie das Datum zeigt! ;)
    Beste GrĂŒĂŸe,
    Alex

  4. Bei Artikeln, die am 01. April verfasst wurden, bin ich grundsÀtzlich sehr kritisch :)

  5. Haha, voll frech. Aber geile Idee :D

  6. Hallo Oliver, ich habe auch einen Twitter-Account. Nicht ist er zwar leer, aber demĂ€chst soll es dann losgehen. BezĂŒglich Impressum: Muss das wirklich verlinkt werden oder kann ich die Kontaktdaten auch in die Hintergrundgrafik einbauen? Sieht zwar nicht so schön aus, aber ok. Danke & Gruß, Peer

    • Hallo Peer, willkommen im Blog.

      Leider hast du ausgerechnet einen Artikel erwischt, der am 01. April verfasst wurde. Lies doch mal den ganzen Beitrag ;-)

      • Oh, tatsĂ€chlich! :-O Ist wirklich entgangen, Sorry! Habs jetzt erstmal als Grafik gemacht. Solange nicht niemand beschwert… ;-)

  7. Oliver, du bist ja nun wieder “da”.
    Kannst du ĂŒbernehmen, oder soll ich nochmal einspringen? ;)

    • Schade – ich hab mich so darauf verlassen, dass du als Initiator bei diesem Artikel immer in die Bresche springst ;-)

      • Guter Oliver, du darfst dich nach wie vor auf mich verlassen, wenn du möchtest. Nur ist das hier DEIN Blog und DU bist wieder im Bloggerleben angelangt! ;)

  8. Danke fĂŒr diesen Artikel. Sehr interessant, irgendwie finden die immer eine lĂŒck im System

  9. Wer kennst sich jetzzt hier aus? Oliver oder Alex? Oder beide?

  10. Beide! ;)
    Aber in erster Linie bitte immer an den guten plerzelwupp selbst wenden.
    Notfalls stehe ich dann aber noch Gewehr bei Fuß! ;)
    Angenehmes Wochenende, Alex

  11. ich frage mich wirklich, warum bald selbst auf Toilettenpapier ein Impressum stehen muss…haben die Politiker soviel Angst vor den BĂŒrgern?

    Klar gehört ein Business mit einem Impressum versehen…aber jede App??

    da macht es sich Berlin/BrĂŒssel sehr einfach. Ich hĂ€tte lieber ne Aufstellungspflicht, wann welcher Lobbyist wieviel Zeit bei Politiker X verbringen durfte. Das wĂŒrde uns voran bringen

    Meine 2cts

    Dan

  12. hehe, da habt ihr mich aber ganz schön aufs Glatteis gefĂŒhrt. LG, Maik

  13. Bin gerade ĂŒber die Blogsuche auf den alten Artikel gestoßen, weil Twitter mein Thema ist. Zum GlĂŒck war das im Hinblick auf die private Nutzung nur ein Scherz, aber gewerbliche Nutzer mĂŒssen tatsĂ€chlich auf Twitter ein Impressum fĂŒhren und werbliche Tweets mĂŒssen sogar als Werbung gekennzeichnet werden. Die RealitĂ€t ist von der Fiktion nicht allzu weit weg, leider…

  14. ich find Twitter allgemein etwas ĂŒberflĂŒssig und zeitweise auch ĂŒberbewertet. Versteh den ganzen Aufriß darum einfach nicht.

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