Trinkwasser aus Urin

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Pinkeln für einen guten Zweck
Neulich hab ich was im Fernsehen gesehen – und nun läuft es mir bei Heise wieder über den Weg: Aus Urin und Schweiss soll auf der Weltraumstation ISS frisches Trinkwasser gewonnen werden. Ganze 2.800 Liter können pro Jahr generiert werden. So könnten bei Langzeitflügen sechs statt nur drei Crewmitglieder versorgt werden. Na dann, Prost!

Ich will Ihnen an dieser Stelle ersparen zu erklären, wie das Ganze funktioniert – das können Sie gerne im Artikel nachlesen. Sicherlich könnte man sich auch die ein oder andere technische Rafinesse ersparen, wenn jeder nur seine eigenen “Erzeugnisse” konsumiert (Eigenurin soll ja sehr gesund sein). Jedoch beflügelt dieses Thema die Phantasie des Lesers – ich beispielsweise stelle mir vor, wie es ist, in Schwerelosigkeit zu pinkeln. Das muss doch ein interessantes Gefühl sein: Mann/Frau steht auf dem Kopf und uriniert nach oben. Weniger romantsich ist die Vorstellung, dass in der Schwerelosigkeit alles durch den Raum fliegen würde, so dass eine Art Absaugtrichter erforderlich wird “ssssslllrrrrp”.

Dann kam mir eine Episode aus meiner Schulzeit in den Sinn….
Es war zu jener Zeit, als Schüler vor der Klasse noch laut vorlesen mussten. Auch ich war gezwungen einen Text vorzulesen und stolperte über das Wort “Urin-Sekte” …. ich stotterte und wiederholte das noch ein- zweimal; konnte mir aber keinen Reim darauf machen, was wohl in einer Urin-Sekte so getrieben wird. Vom lachenden Lehrer wurde ich dann aufgeklärt, dass die Betonung eher in Richtung “Ur-Insekte” gehen sollte. Ich brauche wohl nicht weiter erwähnen, dass daraufhin in der Klasse ein schallendes Gelächter ausgebrochen ist……

Zurück zur ISS
Nach dem ersten Destillationsprozess wird zunächst das sog. “gereinigte Unrindestillat” gewonnen. Da stellt sich natürlich die Frage, was mit dem Rest geschieht? Wird da auf der anderen Seite eine Art gelbes Uringranulat gewonnen? Damit könnte ja der Salat gedüngt werden, den man künftig bei Langzeitflügen anbauen und ernten will. Aber es stellen sich noch viel mehr Fragen: Wenn z.B. die Urindestille ausfällt – müssen die Astronauten dann verdursten? Gibt es einen Plan B? Kann man aus anderen menschlichen Ausscheidungsprodukten auch Brot gewinnen?

Da müsste man doch mal nachhaken, oder?

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  1. Uargs, das möchte ich mir gar nicht vorstellen. Nee lass ma!

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