Genial: Hol Dir Deine Web-Anwendung auf Deinen Desktop!

15 Kommentare
Genial: Hol Dir Deine Web-Anwendung auf Deinen Desktop!

Prism im Test

Heute möchte ich über eine Anwendung berichten, die bereits im Oktober 2007 im Rahmen des Mozilla-Projekts veröffentlicht wurde und seit vergangener Woche in einer neuen Version vorliegt: Das Tool nennt sich “Prism” und steht als eigenständiges Programm (Version 0.9.9) oder als Firefox-Erweiterung (Version 1.0b1) kostenlos zur Verfügung – der entsprechende Wikipedia-Artikel wurde soeben um diese Tatsache ergänzt ;-)

Mit Prism ist es möglich,  Webanwendungen auf der Desktop-Oberfläche zu integrieren. Dabei wird direkt aus der Webapplikation eine Verknüpfungen auf dem Desktop angelegt (wahlweise auch im Startmenü oder in der Schnellstartliste). Sämtliche auf diese Weise angelegten Anwendungen werden in einem eigenen Prozess (mit eigener Datenbank) gestartet, was letztendlich die gleichzeitige Nutzung mehrerer Accounts ermöglicht (z.B. bei googlemail). Betrachtet wird das Ganze in einer minimalistischen Firefox-Umgebung. Doch was nutzt uns die graue universitäre Theorie? – Kommen wir zu den Anwendungsbeispielen – ich erlär's mal salopp…

Anwendungsbeispiele

Ihr möchtet den

  • Google Reader

als “eigenes Programm” auf eurem Rechner installieren? Oder habt Ihr meherere

  • Gogglemail-,
  • yahoo-,
  • gmx-,
  • Webmail-

Konten, die Ihr direkt vom Desktop (gleichzeitig) starten wollt?
Ihr nutzt weitere Webdienste?

  • Twitter?
  • Spreadsheets?
  • Yahoo Pipes?
  • Google maps?
  • Youtube?
  • Analytics?
  • WordPress?

Die Lösung: Holt Euch diese Webdienste als eigenständiges Programm auf Euer Desktop!

Das Ganze funktioniert recht einfach. Ich möchte dies anhand der Firefox-Version kurz darstellen und “mein WordPress” auf den Desktop verbannen.

Nach Installation des Plugins und einem Neustart von Firefox surft Ihr Eure Webapplikation an (googlemail, reader, usw.)  und wählt den neuen Eintrag “convert Website to Application” im Extra-Menü. Wie gesagt – ich mach's jetzt mal mit WordPress….

Auswahlmenue
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Es erscheint ein neues Fenster mit folgenden Auswahlmöglichkeiten:

Prism Menue Unter URL sollte sich automatisch die richtige Adresse eingetragen haben. Dann könnt Ihr “Eurem neuen Programm” noch einen Namen geben und festlegen, wie es aussehen soll. Ich entscheide mich hier für die minimalistische Variante: ohne irgendwelche Menüs. Als Verknüpfung wird (je nach Geschmack) der Desktop gewählt. Das Icon trägt sich selbst ein, kann aber auch beliebig angepasst werden.
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Das war's auch schon. Ihr findet nun die entsprechende Verknüpfung auf Eurem Desktop. Euer eigenständiges Programm, ein abgespecktes Firefox in einem eigenen Prozess, sieht im Einsatz dann in etwa so aus:

prism im Einsatz
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Ihr könnt das Programmfenster natürlich auch maximieren.

Worin bestehen denn die Vorteile?

Auf labnol.org fand ich eine schöne Zusammenfassung:

  • Direktzugriff
    Auf sämtliche Dienste oder Webseiten könnt Ihr vom Desktop aus direkt zugreifen.
  • Absturzsicher
    Mit Prism wird eine neue Browser-Instanz geöffnet. stürzt eine Seite ab, so sind die anderen Instanzen nicht betroffen.
  • Leichtgewichtig und schnell
    Da keine Firefox-Erweiterungen, Themes o.ä. gestartet werden, die den Browser üblicherweise verlangsamen.
  • Mehrere Webkonten gleichzeitig
    Wenn Ihr beispielsweise verschiedene Googlemail-Konten habt, könnt Ihr für jedes Konto ein eigenes Programm anlegen. Somit können alle Konten gleichzeitig geöffnet sein. Hierfür ist es sinnvoll, den Konten aussagekräftige Namen zu geben.
  • Autostart-fähig
    Natürlich könnte Ihr die entsprechenden Verknüpfungen auch in den Autostart-Ordner kopieren. Mit dem nächsten Windows-Start öffnen sich eure drei Google-Mail-Konten in drei Fenstern
  • Google-Reader im Griff
    Auch Freunde des beliebten Online-Feedreaders kommen auf Ihr Kosten: Wenn Ihr den Google-Reader als eigenständiges Programm auf dem Desktop verknüpft habt, werdet Ihr es sicherlich nicht mehr missen wollen.

Externe Links, die in einer Prism-Umgebung geklickt werden, öffnen sich im Standard-Browser. Dieses Verhalten könnt Ihr für beliebige Seiten unterbinden, indem Ihr die Konfigurationsdatei entsprechend modifiziert:

Vista-User finden die Konfigurationsdateien der jeweiligen Anwendung üblicherweise unter:

C:\Users\[Benutzername]\AppData\Roaming\WebApps\[Name der Applikation]@prism.app

Öffnet nun die Datei “Webapp.ini” mit einem Texteditor und fügt einen Parameter “include” ein. Trennt die Adressen, die im Prism-Fenster geöffnet werden sollen nach folgendem Muster:

[Parameters]
id=plerzelwupps.erfahrungen @prism.app
name=Plerzelwupps Erfahrungen
uri=http://www.plerzelwupp.de
icon=webapp
[.....]
include=*google.com,*google.de,*plerzelwupp.de

Die drei gewählten Seiten werden künftig direkt in der Prism-Umgebung angesteuert.

Ihr seid gefragt

Wie findet Ihr das? Könnt Ihr euch vorstellen, dieses Tool zu verwenden? Kanntet Ihr diese Firefox-Erweiterung bereits? Habt Ihr so etwas schon gesucht? Habt Ihr Ideen für weitere Anwendungsmöglichkeiten? Oder kommt das für Euch überhaupt nicht in Frage?

Nun – Probieren geht über Studieren: Keine Angst – all dies ist in einer Minute eingerichtet und wirklich ein Versuch wert :-)

Natürlich freue ich mich auch über Eure Votes :-)

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  1. Also mich ĂŒberzeugt das irgendwie nicht. Zumindest erkenne ich da fĂŒr mich persönlich keine Vorteile. Mehrere Google-Konten gleichzeitig muss ich nicht offenhaben. Von der Geschwindigkeit her bin ich mit meinem aufgeblĂ€hten Firefox auch noch zufrieden. Was natĂŒrlich interessant ist, ist die Sache mit den einzelnen Prozessen, die unabhĂ€ngig voneinander arbeiten und nicht alle zusammen abstĂŒrzen.

    Andererseits: nach einem Absturz stellt mir der FF meist meine Seiten ja auch wieder her… zumal mir die Kiste glĂŒcklicherweise auch nicht wirklich hĂ€ufig abschmiert^^

    Und ob ich nun Links in meinen Favoriten anklicke oder Symbole auf meinem Desktop, kommt auch aufs selbe hinaus. Zur Not mach ich mir halt ne VerknĂŒpfung auf meinen Favoritenlink :D

    Das Tool mag sicherlich fĂŒr den ein oder anderen interessant sein, ich persönlich brauche es aber -so denke ich momentan- wohl eher nicht. Zumindest springt mir keiner der zweifellos vorhandenen Vorteile so sehr ins Auge, dass ich das Tool unbedingt haben mĂŒsste.

    Dennoch bin ich dankbar fĂŒr deinen Artikel. Ich hatte neulich schon einmal ĂŒber das Tool gelesen. Da waren die Möglichkeiten/ Vorteile aber nicht so herausgearbeitet und ich habe mich da wirklich gefragt, was denn das nun bitte soll?!? Dank deinem Artikel ist mir die “Daseinsberechtigung” nun klar^^

  2. Ich persönlich bin froh wenn ich nicht so viel auf dem Desktop habe…;-)

  3. Retronaut

    Kann mich Sascha nur anschließen – ich brauch das auch nicht. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich mich an was anderes gewöhnt habe und damit eigentlich ganz zufrieden bin.
    Wenn es den Firefox nicht gĂ€be, dann wĂ€re das sicherlich interessant, aber so…

  4. plerzelwupp

    Vielen Dank fĂŒr Eure Stellungnahmen – auch wenn Ihr grĂ¶ĂŸten Teils nicht ganz ĂŒberzeugt seid. Nun – ganz so leicht gebe ich aber nicht auf ;-)

    Ich bin auch keine Freund des “bunten Desktops” und scheue mich vor all zu vielen VerknĂŒpfungen. Allerdings stellt sich heraus, dass es fĂŒr gewisse Anwendungen ganz praktisch ist. Gerade z.B. fĂŒr die diversen E-Mail-Konten, die nebeneinander laufen – oder die WordPress-Anwendung, auf die ich nun dirketen Zugriff habe – mein eigentlicher Firefox-Browser bleibt davon unberĂŒhrt. Auch auf den Feedreader hab ich nun direkten Zugriff – egal mit welchen Konto ich gerade bei Google angemeldet bin.
    Übrigens …@Retronaut: Das ist doch Firefox – nĂ€mlich eine Firefox-Erweiterung, die dir aus den gewĂ€hlten Seiten eine “minimalistische” und stets verfĂŒgbare Firefox-Instanz liefert. Also nicht wirklich eine externe Anwendung.

    Aber letztlich ist es so wie Sascha sagt – es bleibt jedem selbst ĂŒberlassen: Jeder arbeitet anders.

    Auf jeden Fall freu ich mich, wenn ich Euch nÀher bringen konnte, um was es bei Mozilla Prism geht :-)

  5. Ich bin recht angetan, denn mein Firefox schmiert schonmal ab, und dann …. Ich teste es mal eine Weile. Danke dafĂŒr :)

  6. Sehr interessanter Artikel. Werde mir die Erweiterung fĂŒr den Fuchs auf jeden Fall mal anschauen. Auch wenn ich noch nicht weiß fĂŒr welche Dienste ich das brauchen könnte.

  7. es klappt
    Plerzelwupp

    ich hab drei goooooglekonten auf den desktop gelegt und
    meine Webseite

    klasse

    danke dir
    marianne :-)

  8. plerzelwupp

    @maja49
    Vielen Dank fĂŒr die RĂŒckmeldung. Es freut mich, dass Du den Tipp verarbeiten konntest und ihn nutzt :-)

    Du kannst ja mal nach einer Weile berichten, ob es sich bewÀhrt hat, auf diese Weise zu arbeiten.

    • hallo Oliver, ich brauch nochmal Deine hilfe bezueglich PRISM
      ich habs nicht mehr
      weil ich alles neu aufspielen musste
      vor einiger zeit
      und jetzt weiss ich nicht mehr wie ichs gemacht habe
      vielleicht schreibst mich mal an bitte
      mit dem packprogramm komme ich nicht mehr klar
      ich hatte winzip als testprogramm das ist aber jetzt abgelaufen
      was kann man denn noch nehmen

      • plerzelwupp

        hallo Marianne,

        nur zu – hier werden deine Fragen selbstverstĂ€ndlich beantwortet. Normalerweise lĂ€uft Winzip auch nach Ablauf der Testphase – aber ganz sicher bin ich mir da auch nicht. Ansonsten empfehle ich immer winrar oder die kostenlose opensource-Alternative 7-zip (verlinkt ist die deutsche Version bei der Chip).
        Nach dem Entpacken wird Prism als Firefox-Erweiterung installiert.
        Schreib mir einfach eine E-Mail oder einen Kommentare wenn es dabei noch Probleme gibt ;-)

  9. Angelo.S

    Hallo,

    das Konzept von Prism, Adobe Air und Microsoft Silverlight liegt sicherlich nicht im privaten Bereich. Stellt Euch einmal vor ein Unternehmen zu fĂŒhren, in dem browsen in jetziger Funktion nicht erwĂŒnscht ist, aber div. Webanwendungen wie ERP, CRM, GRW, etc. gebraucht werden, ohne das der User irgendwo herumdrehen kann oder auf div. Seiten im Netz surfen kann..

    Da kommt Prism und Co. ins Spiel. Die Anwendung wird in einem minimalistischen Browser geöffnet, und der User hat keine Möglichkeit irgendwas an Proxy, Sicherheitseinstellungen, etc. zu verstellen oder in der Adresszeile eine Url einzugeben.

    Perfekt, um sich voll auf seine Arbeit zu konzentrieren …

    Gruß

    AS

  10. plerzelwupp

    @Angelo
    ZunÀchst mal: Willkommen im Blog.
    Also ich bin auch ĂŒberzeugter von dem Tool als viele hier. Auf dem Desktop hab ich immer noch “mein WordPress” und dieses “Adobe Browser Lab”, ĂŒber das ich in einem anderen Artikel ebenfalls berichtete. Außerdem noch zwei Webmail-Konten. Ich find’s klasse.

    Dass dieses Plugin auch dazu beitragen könnte, Benutzern Zugriffe auf gewisse (erforderliche) Internetseiten zu erlauben, wĂ€hrenddessen das “sonstige Internet” gesperrt ist – auf diese Idee bin ich garnicht gekommen. Auch eine gute Umsetzungsmöglichkeit – merci.

  11. Interessantes Tool, danke fĂŒr den Tipp…

  12. Habe das Firefox-App ausprobiert. Ist schon sehr praktisch, aber als eigenstÀndiges Programm wÀre mir Prism lieber :)

  13. Ich entdecke diesen Post erst jetzt. Das Add-on scheint es nicht mehr zzu geben. Oder hat sich der Name geÀndert?

    Ich hÀtte aber auch ein cooles Add-on zu empfehlen: Ubiquity (ist nicht von mir). Schaut euch mal Videos auf Youtube dazu an. Finde es genial!

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